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Fahrradträger am Auto: Was Sie vor der Fahrt beachten sollten

Ob E-Bike, Rennrad oder Mountainbike: Fahrradurlaub liegt voll im Trend. Viele Regionen Europas bieten gut ausgebaute Radwege, abwechslungsreiche Streckennetze und attraktive Touren für jedes Fitnesslevel. Kein Wunder also, dass das eigene Fahrrad für viele Reisende längst zum Urlaubsgepäck gehört.

Damit die Reise sicher beginnt – und dann auch wieder endet -, sollte aber nicht nur das Fahrrad selbst vorbereitet sein. Auch beim Transport mit dem Auto gibt es einiges zu beachten. Denn Fahrradträger verändern je nach Modell Gewicht, Höhe, Länge und Fahrverhalten des Fahrzeugs. Wer vor der Abfahrt die wichtigsten Punkte prüft, reist entspannter und vermeidet unnötige Risiken.

Welcher Fahrradträger ist der Richtige?
Grundsätzlich gibt es drei gängige Möglichkeiten, Fahrräder mit dem Auto zu transportieren: Dachträger, Kupplungsträger und Heckklappenträger. Welche Variante am besten passt, hängt vom Fahrzeug, der Anzahl der Fahrräder, dem Gewicht und den persönlichen Anforderungen ab.

  • Dachträger werden auf dem Fahrzeugdach montiert. Sie haben den Vorteil, dass der Zugang zum Kofferraum und zum Heck frei bleibt. Gleichzeitig erhöhen sie aber den Luftwiderstand, den Kraftstoffverbrauch und vor allem die Fahrzeughöhe. Das kann bei Parkhäusern, Tiefgaragen oder niedrigen Durchfahrten schnell zur Herausforderung werden.
     
  • Kupplungsträger werden auf der Anhängerkupplung befestigt. Sie eignen sich besonders gut für schwere Fahrräder und E-Bikes, weil sie vergleichsweise komfortabel zu beladen sind. Wichtig ist dabei, die maximale Stützlast der Anhängerkupplung zu beachten. Außerdem verlängert sich das Fahrzeug nach hinten, was beim Rangieren, Einparken oder auf Fähren berücksichtigt werden sollte.
     
  • Heckklappenträger kommen ohne Anhängerkupplung aus und sind häufig eine günstigere Lösung. Sie sind jedoch nicht für jedes Fahrzeug geeignet und können je nach Modell Kennzeichen oder Beleuchtung verdecken. Vor der Fahrt sollte daher genau geprüft werden, ob Träger, Fahrzeug und Fahrräder zusammenpassen.
     
  • Kennzeichen und Beleuchtung müssen sichtbar bleiben
    Ein besonders wichtiger Punkt beim Fahrradtransport ist die Sichtbarkeit von Kennzeichen und Beleuchtung. Werden das hintere Kennzeichen, Rücklichter, Bremslichter oder Blinker durch Fahrräder oder den Träger verdeckt, müssen diese am Fahrradträger entsprechend sichtbar und funktionsfähig angebracht sein.

    Vor der Abfahrt sollte daher geprüft werden, ob das Kennzeichen gut erkennbar ist und alle Lichter korrekt funktionieren. Dazu gehören Rücklichter, Bremslichter und Blinker. Gerade bei längeren Fahrten oder Reisen ins Ausland kann eine kurze Kontrolle viel Ärger ersparen.
     
  • Mehr Gewicht verändert das Fahrverhalten
    Fahrräder, Fahrradträger und zusätzliches Gepäck erhöhen das Fahrzeuggewicht. Dadurch kann sich das Fahrverhalten spürbar verändern. Das Auto kann in Kurven anders reagieren, der Bremsweg kann länger werden und bei starkem Seitenwind kann das Fahrzeug empfindlicher sein.

    Besondere Vorsicht ist daher geboten:
  • bei starkem Seitenwind
  • in Kurven
  • bei Notbremsungen
  • auf Passstraßen
  • auf Gefällestrecken
  • beim Rangieren und Einparken

    Vor der Abreise sollten außerdem die zulässige Dachlast bzw. die maximale Stützlast der Anhängerkupplung überprüft werden. Gerade E-Bikes bringen oft deutlich mehr Gewicht auf die Waage als klassische Fahrräder.
     
  • Mehr Verbrauch und weniger Reichweite
    Wer Fahrräder auf dem Dach transportiert, muss mit einem höheren Luftwiderstand rechnen. Das wirkt sich direkt auf den Kraftstoffverbrauch aus. Auch bei Elektroautos kann der Fahrradtransport die Reichweite reduzieren. Besonders Dachträger können dazu führen, dass zusätzliche Tank- oder Ladestopps notwendig werden. Wer eine längere Strecke plant, sollte das bei der Routenplanung berücksichtigen, vor allem bei Fahrten ins Ausland, auf Bergstrecken oder bei voller Beladung.
     
  • Fahrzeughöhe nicht vergessen
    Dachträger bringen eine oft unterschätzte Veränderung mit sich: Das Fahrzeug wird deutlich höher. Nach einigen Stunden Fahrt vergisst man leicht, dass sich Fahrräder auf dem Dach befinden. Das kann teuer werden, wenn die Durchfahrt plötzlich niedriger ist als das Fahrzeug samt Fahrrädern.

    Problematisch wird das zum Beispiel bei Tiefgaragen, Parkhäusern, Unterführungen oder Mautstationen mit Höhenbeschränkung.

    VAV Tipp: Notieren Sie die neue Fahrzeughöhe gut sichtbar auf einem Zettel und legen Sie ihn ins Cockpit. So bleibt die geänderte Höhe auch nach längeren Fahrten im Bewusstsein.
     
  • Auch die Fahrzeuglänge verändert sich
    Bei Kupplungsträgern verändert sich vor allem die Länge des Fahrzeugs. Je nach Träger kann das Auto um einiges länger werden. Das macht sich besonders beim Rückwärtsfahren, Einparken oder Rangieren bemerkbar. Wer mit Fähren reist, sollte außerdem beachten, dass bei manchen Anbietern Fahrzeughöhe und Fahrzeuglänge Einfluss auf den Ticketpreis haben können. Es lohnt sich daher, diese Angaben bereits bei der Buchung zu berücksichtigen.
     
  • Fahrräder richtig sichern
    Vor jeder Fahrt sollten sämtliche Befestigungen sorgfältig kontrolliert werden. Dazu gehören die Halterungen am Fahrradträger ebenso wie Rahmenbefestigungen, Gurte und Schienen. Empfehlenswert ist es, die Sicherung nach den ersten Kilometern nochmals zu überprüfen und bei längeren Fahrten regelmäßig Pausen für eine kurze Kontrolle zu nutzen.

    Besonders wichtig:
  • Fahrräder fest verzurren
  • Halterungen und Gurte kontrollieren
  • lose Gegenstände wie Trinkflaschen, Taschen oder Fahrradcomputer entfernen
  • bei E-Bikes Akkus nach Möglichkeit abnehmen und im Fahrzeug transportieren

    Das Abnehmen der Akkus reduziert das Gewicht auf dem Träger und schützt die Akkus besser vor Witterungseinflüssen. Auch empfindliche oder lose Anbauteile sollten vor der Fahrt gesichert oder entfernt werden.

     
  • Was bedeutet ein Fahrradträger für den Versicherungsschutz?
    Ein Fahrradträger hat grundsätzlich keinen Einfluss auf den bestehenden Kfz-Haftpflicht- oder Kaskoversicherungsschutz des Fahrzeugs. Wichtig zu wissen ist jedoch: Die transportierten Fahrräder gelten in der Regel nicht als Teil des versicherten Fahrzeugs. Wird ein Fahrrad oder E-Bike bei einem Unfall beschädigt oder gestohlen, hängt ein möglicher Versicherungsschutz von den jeweiligen Vertragsbedingungen ab. Auch beim Fahrradträger selbst lohnt sich ein Blick in Ihre individuelle  Polizze. Je nach Tarif kann Zubehör unterschiedlich abgesichert sein. Wer mit hochwertigen Fahrrädern oder E-Bikes unterwegs ist, sollte daher vor Reiseantritt prüfen, ob Diebstahl, Transportschäden oder Beschädigungen ausreichend abgedeckt sind
     
  • Sicher ans Ziel
    Fahrradträger sind praktische Reisebegleiter und machen den Fahrradurlaub besonders flexibel. Wer jedoch Gewicht, Abmessungen, Befestigung und Versicherungsschutz im Blick behält, reist deutlich entspannter. Eine kurze Kontrolle vor der Abfahrt und bei längeren Etappen hilft, Risiken zu vermeiden. So kommen nicht nur Auto und Fahrräder sicher ans Ziel – auch der Urlaub kann von Anfang an unbeschwert beginnen.

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